500 Kilo abgenommen – das wäre doch mal eine Schlagzeile!

Mit 14 habe ich bei einer Schuluntersuchung erfahren, dass ich übergewichtig bin. Damals wog ich 74 Kilo bei 1,72 m. Für ein junges Mädchen sicher einige Kilos zu viel aber aus heutiger Sicht kein ernsthaftes Übergewicht, ein BMI von 25. Ich kann mich nicht mehr erinnern, was für ein Selbstbild ich davor hatte. Aber es war damals für mich der Beginn eines Problems, das mich bis heute, 42 Jahre später, begleitet. Mit vielen erfolgreichen Abnehmversuchen und viel Erfahrung darin, was das Wort Jo-Jo-Effekt bedeutet.
Wobei: Ein Jo-Jo kann nichts für sein Auf- und Ab – es wird bewegt. Ich dagegen bin ganz allein dafür verantwortlich, in welche Richtung sich mein Gewicht bewegt. Und das ist natürlich eine ziemlich blöde Erkenntnis, denn leider habe ich dadurch niemanden, den ich für mein Gewichtsproblem verantwortlich machen kann. Nicht die böse Industrie, die mich mit Süßigkeiten-Werbung verführt, nicht die unverantwortlichen Lebensmittelhersteller, die so etwas Unwiderstehliches wie Kartoffelchips herstellen.

Mein niedrigstes Gewicht war 67 Kilo bei 1,74 m (1982), mein höchstes 116 Kilo (2007). Dazwischen gab es die vielen Übergewichtigen bekannte Berg- und Talfahrt auf den steilen Hängen der Gewichtsentwicklung. Ich schätze mal, dass ich in den rund 40 Jahren meines Kampfes gegen die höchst überflüssigen Pfunde in der Summe rund 500 Kilo abgenommen habe. Ein absurde Zahl.

Ich gehöre also zu den willensschwachen, trägen, faulen, schlecht gelaunten Menschen, die mit ihrer ungesunden, hemmungslosen Fresserei dem Gesundheitssystem unverantwortliche Kosten verursacht. Oder auch nicht. Ich war in den letzten 5 Jahren nur einmal ernsthaft krank – ein Hexenschuss. Ich bin ein grenzenloser Optimist und eigentlich immer gut gelaunt. Ich mag Bewegung und bin immer wieder über lange Zeit sportlich aktiv gewesen. 2013 bin ich einen Marathon gelaufen. Ich bin beruflich erfolgreich und erreiche im allgemeinen alles, was ich mir vornehme. Mit einer Ausnahme – ratet mal …

Und das geht mir gewaltig auf den nicht vorhandenen Sack.

Nun startet also schätzungsweise Versuch Nr. 33, endlich auch hier mein Ziel zu erreichen. Wobei mir klar ist, dass es mir so gehen wird wie einem Alkoholiker: Ich werde, wenn ich mein Wunschgewicht erreicht habe, für den Rest meines Lebens darum kämpfen müssen, es zu halten.

Also: Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Ich schleppe laut meiner Waage heute morgen 98,4 Kilo für diesen ersten Schritt mit mir rum. Wie erwähnt, ich mag Bewegung und für mich ist es eine unbedingte Voraussetzung für das Abnehmen, dass ich wieder meine sportlichen Aktivitäten aufnehme. Und – auch wenn in vermutlich tausenden von Ratgebern davon abgeraten wird – ich muss schnell abnehmen. Vor allem am Anfang. Erste Maßnahme deshalb: Ich habe mein Sportprogramm für die nächsten drei Wochen definiert und es mir in Form von Post-its an meinen Kühlschrank geklebt. Für jede absolvierte Sporteinheit kann ich den Zettel abmachen und wegwerfen. Für mich sind solche Ideen immer sehr motivierend. Den ersten konnte ich heute dann auch genüsslich vernichten: 1 h Radfahren. Normalerweise bin ich ein unbedingter Draußen-Sportler, aber das miese Wetter spielt dem inneren Schweinehund in die Fänge. Ein Heimtrainer macht jede Ausrede glücklicherweise zunichte.

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