Nimm DAS, Verräterin!

Wenn man sich so eine schwere Aufgabe stellt, wie 20, 30 Kilo loszuwerden, kann man doch wohl Unterstützung erwarten, oder? Das Umfeld muss mitziehen, um durchzuhalten. Jeder und jede um mich herum sollte aktiv mitmachen, mich motivieren, mir Erfolgserlebnisse verschaffen, um mir zu helfen. Und was passiert letzten Samstag, direkt nach dem Aufstehen? Verrat! Ich hatte eine Woche konsequent trainiert, diszipliniert gegessen und ein supergutes Gefühl. Und dann das: Meine Waage zeigte NICHT EIN GRAMM WENIGER!

Ich versuchte es im Guten: „Ich gebe dir noch drei Tage Zeit, dich zu bewegen. Überleg dir, was du tust, sonst wirst du es bereuen!“ Den Nachsatz konnte ich mir einfach nicht verkneifen. Es sollte dieser Waage klar sein, dass Verrat Konsequenzen hat.
Ich legte dann sogar noch einen Tag drauf und wog mich erst am Mittwoch wieder. Die Waage hatte meine Drohung nicht ernst genommen – die Zahl war unverändert!
„Ok, Waage, Du hast es nicht anders gewollt“, sagte ich kühl, nahm sie hoch und trug sie in die hinterste Ecke meines Kellers.
Ich kenne nämlich ein gutes Mittel gegen Gewichtsstillstand: Eine neue Waage. Die alte konnte ja einfach nicht mehr richtig funktionieren, oder?

Drei Tage später zog die Neue bei mir ein: hochmodern und viel leistungsfähiger als die Alte. Sie kann mehr als nur mein Gewicht anzeigen – sie misst auch den Fett- und Muskelanteil. Wichtig dabei: Die Waage sollte auch Handsensoren haben, sonst werden nur die Werte für den Unterkörper ermittelt – und das ist nicht die ganze Wahrheit.
Am nächsten Tag stieg ich gespannt auf mein neues Hightech-Teil, um mir die Belohnung für meine Disziplin abzuholen. Ich stieg sofort wieder runter. Schaltete sie aus und wieder an, ging erneut drauf. Immer noch die gleiche unveränderte Zahl! Die Batterien, es mussten die Batterien sein – sicher waren sie alt. Ich wechselte sie aus. Und dann … immer noch 93,3 Kilo. Verdammt!

Ehrlich gesagt habe ich nicht wirklich geglaubt, dass es an der Waage lag. 40 Jahre Diäterfahrung und ca. 10 Waagen haben mir einen gewissen Realismus beschert … Aber die Hightech-Waage konnte in solchen Situationen – die mit Sicherheit wiederkommen würden – etwas für meine Motivation tun. Denn auch wenn sich eine Zeitlang nichts auf der Waage bewegt, bei gleichbleibender Disziplin passiert trotzdem etwas Positives. Und das spiegelt sich dann hoffentlich in dem veränderten Fett- und Muskelanteil wider. Meine neue Freundin teilte mir mit, dass ich derzeit einen Fettanteil von 48,1% (gut in meinem Alter: 27 – 33%) und ein Muskelanteil von 22,8% habe. Letzteres ist, glaube ich, gar nicht so schlecht, denn selbst wenn ich die rund 21 Kilo Muskeln nur halten würde, wird ihr prozentualer Anteil natürlich mit sinkendem Gewicht immer höher. Bei 72 Kilo sind es schon über 29% – und damit im Normalbereich.

Soll die Verräterin im Keller schmoren, meine Neue wird mich motivieren. Und wehe, wenn nicht!

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