Das Streben der Anderen

Neulich schaute ich mal wieder Schul-Fernsehen für Übergewichtige: „Die Diät-Tester“ mit Felix Klemme, dem George Cloony des Abnehm-Coachens. In der Sendung testen Kandidaten bestimmte Diät-Methoden innerhalb von acht Wochen. Von den drei Kandidaten hatte eine 12 Kilo abgenommen, die anderen nur zwei beziehungsweise drei Kilo.
Und ich saß vor dem Fernseher und hielt die beiden ein bisschen für Versager. Also Menschen wie du und ich. Große Pläne, hohe Ziele und viele Gründe, nicht erfolgreich zu sein. Der ganz normale Abnehm-Alltag …
Ich dagegen – gestern auf der Waage: 5 Kilo Unterschied zum Wiegen vor 4 Wochen!!!
Leider von der falschen Seite. Zurück zum Anfang …
Grund für Verzweiflung, Selbstvorwürfe, schlechte Laune? Frauen sind ja oft kritischer mit sich selbst als jeder andere sie kritisieren könnte. Diese Art von Versagen gehört zu meinem Leben und ich habe es mir schon lange verziehen. Was ich mir nicht verzeihen würde ist, es nicht weiter zu versuchen. Nein, falsch: Kein Versuch – es ist ein Ziel, das ich erreichen werde.
Aber ich bin ärgerlich und ich hätschele diesen Ärger, er soll mich motivieren. Denn eines ist klar: die 5 Kilo plus sind nicht die Spur rätselhaft, ein unabänderliches Schicksal oder auch nur im Geringsten überraschend.
Also, was gibt es zu Lernen? Meine bisherige Strategie, mit der ich immer wieder schnell und gut abgenommen habe, funktioniert nicht so richtig in meiner aktuellen Lebenssituation. Ich dachte, das Problem mit dem wenigen Sport kann ich lösen, sobald es abends wieder hell ist. Ist es mittlerweile, aber meine Tage sind so lang, dass ich richtig hungrig bin, wenn ich zwischen 19 Uhr und 20 Uhr nachhause komme. Das Problem hatte ich noch nie in einer Diät-Phase. Eigentlich müsste ich also entweder im Büro zu Abend essen oder erst nach 22 Uhr Sport machen. Letzteres ist definitiv keine Option. Und Abendessen im Büro?? Ich möchte mein Essen genießen, in Ruhe Kochen und mich über das Ergebnis freuen.
Erwähnte ich schon, dass mein Traummann eine Ausbildung als Masseur, Fitnesstrainer und Koch haben sollte?

Ich specke als erstes meine Ansprüche an mich ab, was das Abnehmtempo angeht und dann den Rest von mir. Für den Sport am Wochenende muss ich aber einfach meinen überdimensionierten Hintern hochkriegen. Alles andere ist erst mal Zugabe. Und parallel dazu probiere ich aus, welcher Snack geeignet ist, nicht hungrig nachhause zu kommen, aber auch die Kalorienbilanz nicht zu versauen.
So – von der Couch aus sieht der Plan gut aus. Ihr werdet als erstes erfahren, ob es einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis gibt.

Die 12-Kilo-weniger Frau hatte übrigens vor der Diät 3 Liter Cola täglich getrunken. Vermutlich musste sie also gar nicht mehr tun, als das sein zu lassen – das sind mehr als 1200 kcal weniger. Ich habe kürzlich ein Zitat aus einem Buch des israelischen Schriftstellers Yuval Noah Harari gehört: „Für den Durchschnittsamerikaner oder Europäer stellt Coca-Cola eine weitaus größere Bedrohung dar, als al-Kaida.“ Wasser marsch!

2 Kommentare

  1. Ich habe jetzt angefangen, mir Gemüsesuppen (nicht so lappriges Brühenzeug, sondern eher auf Basis von Tomate oder Blumenkohl oder Brokkoli) fürs Büro zu kochen, mit viel Curry oder Ingwer…;-) . Dann im Büro dazu was mit Eiweiß (halbe Mozzarella light oder ein Schälchen Skyr) und das macht richtig gut satt und warm. Ansonsten: kennst Du das Buch von Erzählmirnix/Nadja Hermann: „Fettlogik überwinden“? Kein Diätplan, sondern Zusammenfassung seriöser wissenschaftlicher Studien zum Thema Abnehmen, so dass man sich danach seinen Plan ohne die üblichen Diät-Stolperfallen aufstellen kann. Die Autorin hat selbst vor ein paar Jahren von 150 auf 65 kg abgenommen und hält seitdem ihr Gewicht, auf ihrem Blog sammelt sie über folgendem Link die Vorher -Nachherbilder, die ihr Leser*innen zugeschickt haben, mit Kurzbeschreibungen, welchen Weg sie sich jeweils zusammengebastelt haben: https://fettlogik.wordpress.com/50shadesoffettlogik/

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    • Hallo, Annesch,
      danke für Deine Idee. Tatsächlich ist mein Problem aber ja nicht, ein passendes Mittagessen zu finden – das klappt problemlos. Wenn ich nicht auf die Kalorien achten und gleichzeitig Sport machen wollte, wäre auch der lange Tag kein Thema. Ich muss also jetzt etwas herumexperimentieren, wie ich das hinkriege, ohne Hunger nach der Arbeit nachhause zu kommen und dann mit Spass Sport zu machen. Ich denke aber, es ist wirklich nur eine Sache des Ausprobierens.

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