Traumhafte Aussichten

Ich vermisse etwas in unserem hochtechnisierten Zeitalter: den Traumrecorder. Heute Morgen bin ich mit einem verblüfften Grinsen aufgewacht – ungern. Nicht wegen der Uhrzeit, sondern wegen des total skurrilen Traumes, den ich hatte. Wenn wir selbst die Regisseure und Drehbuchautoren unserer Träume sind, habe ich vielleicht meinen Beruf verfehlt.
Ich befand mich in einer sehr schicken Büroetage. Dort waren nette und weniger nette Kollegen aus meinen letzten drei Jobs versammelt. Die netten sahen ziemlich schräg aus: Der sehr sympathische, aber in der Realität eher spießige Controller Hubertus trat im Cowboy-Dress mit viel Glitzer auf. Die anderen freundlichen Kollegen waren alle etwas extravagant gekleidet, die weniger netten agierten verschwommen im Hintergrund. Dann: Auftritt ich. Schlank, durchtrainiert, lässige Designerklamotten, strahlendes Lächeln. Offene Münder, begeistertes Lachen, Gratulationen. Kurz huschte mein Lieblingsfeind durchs Bild – verachteter Ex-Chef -, starrte mich verblüfft an und verschwand.
Es war ein Gefühl, als würde die Sonne einen Strahl nur auf mich richten – warm, hell, freundlich. Ich fühlte jede Faser meines Körpers und sie fühlten sich gut an. Und dann: DER VERDAMMTE WECKER! Das war, als würde man mitten im spannendsten Kinofilm rausgeworfen.

Ich konnte in der Realität dieses Gefühl, völlig im Reinen mit meinem Körper zu sein, ja schon mal erleben – in meiner sportlichen Hochzeit. Es hat sich genauso gut angefühlt, wie im Traum.
Hm, das ist ein sehr erschreckender Satz: Das Gefühl, mich in meinem Körper wohlzufühlen, ist so selten, dass es so eine Aussage hervorbringt. „Ich fühl mich wohl, so wie ich bin“ ist eine Aussage, die niemand je von mir hören wird, so lange ich so deutliches Übergewicht habe.
Bin ich ein Opfer medial geprägter unrealistischer Schönheitsideale? Nein, ich habe nicht das geringste Interesse daran, auszusehen wie irgendeine Film-Beauty. Ich habe keine Vorbilder. Ich will einfach nur das bestmögliche Ich sein.
Irgendwie ließ mich dieses angenehme, gesunde Wohlgefühl den ganzen Tag nicht mehr los. Ich schaute mir dicke Leute, denen ich begegnete an und fragte mich, welche Gedanken sie sich machten. Ganz wenige strahlten Selbstbewusstsein, Sicherheit aus. Ich betrachtete schlanke Menschen und fragte mich, ob sie zufrieden waren.
Irgendwo habe ich den Satz gehört „Kannst Du Dir vorstellen, wie Dein Leben wäre, wenn Du keinen Gedanken mehr an Deinen Gewicht verschwenden würdest?“
Im wahrsten Sinne des Wortes: un-vorstellbar.
Aber getreu meinem Lebensmotto: „Du hast es in der Hand.“ Glücksgefühle, selbstgemacht sind sie am besten!

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